Frühe Besiedlung und griechischer Einfluss
Die Geschichte von Herculaneum begann im 6. bis 7. Jahrhundert v. Chr. mit der Gründung durch das Volk der Oskaner. Diese frühe Siedlung geriet später unter den Einfluss der griechischen Kultur. Im 4. Jahrhundert v. Chr. übernahmen die Samniten die Kontrolle über das Gebiet und markierten damit eine bedeutende Veränderung in der Dynamik der Region, während sich Herculaneum unter verschiedenen kulturellen Einflüssen weiterentwickelte.
Römische Herrschaft und katastrophale Ereignisse
Die Ankunft der römischen Herrschaft im Jahr 89 v. Chr., nach dem Sozialen Krieg, markierte eine neue Ära für Herculaneum. Das Schicksal der Stadt nahm jedoch 62 n. Chr. eine tragische Wendung, als sie von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht wurde, das den katastrophalen Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. vorwegnahm. Dieser Ausbruch begrub Herculaneum unter Asche- und Schuttschichten, so dass es jahrhundertelang in einem Zustand der Unbeweglichkeit verharrte.
Wiederentdeckung und moderne Erforschung
Die Überreste von Herculaneum wurden 1709 zufällig wiederentdeckt und lösten erste Ausgrabungen aus. Erst im 20. Jahrhundert, mit systematischen Erkundungen unter der Leitung von Amedeo Maiuri und anschließenden archäologischen Bemühungen, wurde der alte Glanz der Stadt wiederbelebt. Im Jahr 1997 wurde Herculaneum zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt, und die laufenden Ausgrabungen legen die bemerkenswert gut erhaltenen Ruinen frei, die einen Einblick in das tägliche Leben in der Antike bieten.